Tagestipps

Sonntag 18:04 Uhr HR2

ARD-Radiofeature

Assads neues syrisches Reich | Ein Feature über Gläubige, Märtyrer und Nazis | Marc Thörner Seit 2011 tobt in Syrien ein Bürgerkrieg. Mehr als 450 000 Menschen wurden getötet. Inzwischen hat der syrische Machthaber Baschar al-Assad fast sein ganzes Territorium wieder in Besitz genommen und ruft sein gespaltenes Volk zur nationalen Versöhnung auf. Wie soll unter ihm das neue Syrien aussehen und wer sind seine Partner?

Sonntag 18:15 Uhr Ö1

Moment am Sonntag

Eine Frage des Geldes. Die unzähligen Verflechtungen von Sport und Politik Sport-Politik ist ein Abbild der Gesellschaft. Wo es um Geld geht - und zwar um sehr viel - zeigen sich die Mechanismen der Macht. Das sieht man bei der Vergabe von Großereignissen, zum Beispiel von Fußball-Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, die oft nach dubiosen Kriterien erfolgen. Die Stellung der Frauen im Sport, das Thema Migration und vieles andere ist abhängig von politischen Entscheidungen. Politiker instrumentalisieren Sportler und Sportlerinnen für ihre Interessen. Gesellschaftspoltisch relevante Anliegen wie Klimawandel oder gerechte Verteilung der Ressourcen werden im Sport kaum adäquat umgesetzt. Wenn immer wieder behauptet wird, im Sport hat die Politik keinen Platz, dann ist das schlicht die Unwahrheit.

Sonntag 18:30 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Zaïre 74 Hörspiel von Patrick Findeis Mit: Carlo Ljubek, Marek Harloff, Michael Schütz, Friederike Ott u. a. Musik: tarwater Regie: Kai Grehn (Produktion: SWR 2018) Zaïre im September 1974. Der ehemalige Sportredakteur Harry Reschke hat alles verloren: Frau und Kind, das Häuschen im Grünen, den gutbezahlten Job. Aber jetzt ist er weg vom Kokain, die Psychose ist überstanden und Reschke will eine große literarische Reportage raushauen über den "Rumble in the Jungle", über das Boxen, über Schwarze und Weiße, Befreiung und Revolution. Doch dann wird der Kampf verschoben, den Boxern die Ausreise verweigert bis zum neu angesetzten Kampftag. Und Reschke, der zunehmend den Bezug zur Realität verliert, bleibt nichts anderes übrig als ebenso auszuharren.

Sonntag 19:00 Uhr NDR kultur

Gedanken zur Zeit

Das apokalyptische Denken Hoffnungslosigkeit als Antrieb zum Umdenken? Von Sebastian Friedrich Nicht erst seit "FridaysForFuture" und "Extinction Rebellion" ist das angebliche Ende der Welt in aller Munde. Apokalyptisches Denken kann es aus dem rechten Spektrum geben, aber ebenso aus dem linken. Doch wie viel Utopie steckt in der Dystopie? Brauchen wir so viel Hoffnungslosigkeit wie möglich, um wirklich umzudenken? Oder führt dystopisches Denken eher in den Abgrund, weil wir die Augen vor dem Denk- und Machbaren verschließen? Und warum können wir uns eigentlich eher ein Ende der Welt als ein Ende des Kapitalismus vorstellen? Gilt das Prinzip Hoffnung oder ist kein Licht am Ende des Tunnels?

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Kabarettgipfel - die Werkschau des deutschsprachigen Kabaretts in Wien. Letzten Dezember ging "Der Kabarettgipfel" in die sechste Runde! Eine Art Symposion des gepflegten Humors in wechselnder Besetzung. Diesmal boten Lukas Resetarits, Andreas Vitásek, Alex Kristan, Omar Sarsam und das Duo BlöZinger Ausgewähltes aus ihrem umfangreichen Satire-Fundus. Ein Abend an dem sich das deutschsprachige Kabarett von der besten Seite zeigt. Für die musikalische Begleitung sorgte das A capella Ensemble DIE ECHTEN. Contra bietet außerdem auch eine Vorschau auf den 7. Wiener Kabarettgipfel, der am 2. und 3. März über die Bühne der Stadthalle gehen wird. Auf der Bühne werden sich dann Thomas Stipsits, Klaus Eckel, Christoph Fritz, Martina Schwarzmann und Gabriel Vetter einfinden. Gestaltung: Silvia Lahner

Sonntag 20:05 Uhr Bayern 2

Bayerisches Feuilleton

Hermine Moos Die Frau hinter der Puppe Von Justina Schreiber Zum 40. Todestag von Oskar Kokoschka am 22. Februar DLF/BR 2018 Wiederholung vom Samstag, 8.05 Uhr Das nackte Weib mit den üppigen Brüsten. Eine Männerphantasie. Nur die Haut passt nicht ins Konzept. Sie erinnert an ein Eisbärenfell! Der liebeskranke Oskar Kokoschka ließ sich im Revolutionswinter 1918/19 eine Alma-Mahler-Puppe anfertigen, als Ersatz für die reale Frau, die nichts mehr von ihm wissen wollte. Seine schräge Obsession erregt bis heute Aufsehen. Doch die berühmten Fotos von dem lebensgroßen Kuschel-Monster hat nicht Kokoschka gemacht. Sie stammen von der Künstlerin, die auch die Puppe schuf: Hermine Moos. Für die Münchner Malerin interessierte sich allerdings bisher niemand. Sie beging schon 1928 mit 40 Jahren Selbstmord. Trug etwa Kokoschkas vernichtende Kritik an dem "Fetzenbündel" dazu bei? Justina Schreiber jagt seit Jahren der Puppenmacherin nach, um ihr immerhin posthum zur Rehabilitation zu verhelfen. Keine leichte Sache. Denn die Nazis radierten ihre Familie aus. Und manche Spur verliert sich im Nichts. Aber einige Entdeckungen lassen sich dann doch machen, die der verschollenen Künstlerin Konturen geben... Wiederholung einer Produktion aus dem Jahr 2018 anlässlich von Oskar Kokoschkas 40. Todestag am 22. Februar 2020.

Sonntag 21:00 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Milestones

Meilenstein des frei improvisierten Vokal-Jazz: Patty Waters 1964, im Alter von 18 Jahren, zieht die aus Iowa stammende Patty Waters nach New York, wo der Saxofonist Albert Ayler auf sie aufmerksam wird. Ayler ist es auch, der der Sängerin den ersten Plattenvertrag beim Label ESP-Disk verschafft, bei dem 1965 Patty Waters Album "Sings" erscheint. Die A-Seite der Platte enthält sieben Eigenkompositionen, balladeske Miniaturen, bei denen sich die Sängerin selbst am Klavier begleitet. Und die bei einer Dauer von maximal drei Minuten durch hohe Intensität bestechen. Die B-Seite besteht aus nur einem Titel, dem Folk-Song "Black Is The Color Of My True Love"s Hair". Patty Waters" Gesang beeindruckt hier durch expressive vokale Ausbrüche, vergleichbar den freien Improvisationen eines Free-Jazz-Saxofonisten. Als Begleiter agieren Pianist Burton Greene, Bassist Steve Tintweiss und Tom Price, Percussion. Allein mit diesem Titel sorgt Patty Waters, die später nur noch wenige weitere Plattenaufnahmen machen wird, für einen Meilenstein in der Geschichte des frei improvisierten Vokal-Jazz und beeinflusst damit Musikerinnen wie Diamanda Galas. Gestaltung: Christian Bakonyi

Sonntag 21:05 Uhr NDR Info

Das Hörspiel

Der kurze Weg Von Jan Peter Bremer Musik: Jakob Diehl Regie: Oliver Sturm Mit Florian von Manteuffel, Birte Schnöink, Imogen Kogge, Gunter Schoß, Niels Kreutinger HR 2019 Es sollte nur eine Fahrt mit dem neuen Fahrrad werden, aber es wird die Fahrt in eine Landschaft voller Sorgen und Missgeschicke. Mitten am Tag überfährt Jan das Kind seines besten Freundes. Und dann rutscht ihm auch noch die Hose und er stolpert unentwegt über die eigenen Beine. Vielleicht ist sogar das seine eigentliche Schuld. Oder jagt er auch dieser Schuld nur hinterher? In überraschenden Sprachbildern zeichnet Jan Peter Bremer die Szenerie eines aus den Fugen geratenen Lebens. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst.

Sonntag 22:00 Uhr Radio Blau

Allmähliche Zerkrümelung

Pffft...! Krach und Chaos... Ende 1983: Punk wurde immer mehr zur "Mode", die intensive Zeit von Wutanfall, der ersten Punkband in Leipzig, war vorbei. chA°s stieg aus mit unzähligen physischen und psychischen Wunden durch die Staatssicherheit, aber vor allem auf der Suche nach Neuem, nach Extremen... nach Krach, nach Lärm, nach entARTeter Musik chA°s wandte sich etwas chiffriertem und beinah rituellem Lärm zu, sie nannten es "Pffft...!"... Noise, den er in künstlerischen Ausformungen mit Anderen auf Bühnen und auf Kassetten bringt, weniger in Form einer Band, eher wie eine Art Prozess. Aber immer in stoischer Ablehnung an Schubladen oder Einordnungen, wie Kunst, Performance, Happening o.ä.. So etwa bei der Intermedia 1985 in Coswig. Zusammen mit Künstlern wie Hans-Joachim Schulze und in wechselnden Zusammensetzungen voller Improvisation und in einem surrealen Durcheinander. Wir hören Ausschnitte von damals und neueres, im Gespräch mit chA°s.

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